Grab und Säule
Den Namen Hudtwalcker kennt in Hamburg jeder. Eine Straße und eine U-Bahn-Haltestelle in Hamburg-Winterhude sind nach der Familie benannt. Jedoch nur wenige kennen die Künstlerin Elisabeth Hudtwalcker.

Elisabeth kam aus einem wohlhabenden Elternhaus und genoss ein gute Bildung, sie bekam Musik- und Malunterricht. Ihr späterer Mann, der Senator Johann Michael Hudtwalcker (mitglied des HamburgerSenats und einerder ranghöchsten VertreterdesStadtstaates),verliebte sich in Elisabeth. Um ihr seine Liebe zu gestehen, setzte er einen fingierten Brief in die Zeitung, in dem er ein junges Mädchen Anspielungen machen ließ, die nur Elisabeth verstehen konnte. Elisabeth verstand, was Johann Michael ihr damit sagen wollte und so heirateten sie am 21. Juni 1775. Sie war 22 Jahre alt, er 27.
Solange sie noch keine Kinder hatte, widmete sie sich der Malerei. Auf Landpartien und Gesellschaften hatte sie immer ein Skizzenbuch dabei. Sehr gerne zeichnete sie Porträts. Dabei porträtierte sie vorzugsweise Frauen, da sie es schwieriger fand, weibliche Gesichter zu zeichnen.
Bald nach der Hochzeit bekam sie ihre erste Tochter. Mutter zu sein war für sie die größte Erfüllung, obwohl sie kaum mehr Zeit hatte, sich künstlerisch zu betätigen. Zwar hatte sie Personal, doch zum Malen kam sie nur noch selten. Krankheiten und Schicksalsschläge begleiteten Elisabeth ihr Leben lang. Sie selbst erkrankte häufig am Inflammationsfieber und starb am 22. November 1804, heute vor genau 220 Jahren. Sie wurde nur 52 Jahre alt. Ihr Porträt, gemalt von Jean Laurent Mosnier, ist in der Hamburger Kunsthalle zu bewundern.
Elisabeth Hudtwalcker wurde auf dem Maria Magdalenenfriedhof beigesetzt, der heute nicht mehr existiert. Der Grabstein der Familie – die Hudtwalckersäule – wurde auf den Friedhof Ohlsdorf verbracht.
Ihr Mädchenname Elisabeth Moller und die Namen ihrer Familienmitglieder sind auf ovalen Schriftplatten auf der Hudtwalckersäule zu lesen. Die Säule steht am Familiengrab der Hudtwalckers im Waldteil des Ohlsdorfer Friedhofs. Am oberen Rand der Säule ist zu lesen:
„Formen werden und verwehen,
Leben muss Verwesung sehen
und der Strahl zum Urquell gehen.”











Facebook-Beitrag des Ohlsdorfer Friedhofs vom 22. November 2024
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