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Heinrich Carl Hudtwalcker 1880 – 1952

Herr Heinrich Carl Hudtwalcker, der Inhaber der 210 Jahre alten Hamburger Firma Hudtwalcker & Co., ist im Alter von fast 73 Jahren plötzlich aus dem Leben geschieden. Fast fünfzig Jahre lang hatte der Verstorbene das Unternehmen im Sinne seiner Vorfahren geführt, die ihren Namen in die Liste der königlichen Kaufleute eingetragen haben.

Seit 1743 haben die Inhaber der Firma Hudtwalcker dazu beigetragen, den Ruf des Hamburger Kaufmannes in aller Welt zu sichern. Bescheiden in ihren Ansprüchen und zielstrebig in der Arbeit für die Firma und das Wohl ihrer Vaterstadt haben alle Hudtwalcker gewirkt,

Eine besonders schwierige Aufgabe hat der Verstorbene mit dem Wiederaufbau der Firma nach dem Kriege gemeistert. Den 2. Jan. 1953, sein 50jähriges Geschäftsjubiläum, hat er nicht erleben dürfen.

Hamburg, 20. Dezember 1952

Heinrich Carl Hudtwalcker, der Seniorchef und Alleininhaber der Firmen Hudtwalcker & Co. (Fischöle) und Hudtwalcker & Co. Degraswerke, Hamburg, ist kurz von seinem 50jährigen Inhaberjubiläum (am 2. Januar 1953) gestorben.

Mitten in seiner Arbeit – der 73jährige leitete trotz seines hohen Alters nich selbst die Geschicke seiner 210 Jahre alte Firma – traf ihn der Tod, nachdem er am Vorabend noch die Jubiläumsschrift zum 2. Januar berichtigt und abgeschlossen hatte. Diese legt Zeugnis ab über 200 Jahre Mühe und Arbeit, Rückschläge und Erfolge und berichtet über den Aufstieg der einstigen “Handlung”, die der Urgrossvater des Verstorbenen, Jacob Hinrich Hudtwalcker, am 18. April 1743 in Hamburg gegründet hat.

Der Verstorbene, der die 5. Generation der Gründerfamilie repräsentierte, hat die besonders schweren Zeiten der beiden Weltkriege ungebrochen durchgestanden. Die wohl schwerste Belastung war der zeitwilige Verlust des von ihm in Norwegen aufgebauten Unternehmens «Hudtwalcker & Co. A/S., Oslo”, das an Umfang und Bedeutung die Hamburger Firma fast überflügelt hatte. Den Bemühungen des Sohnes von Heinrich Carl Hudtwalcker, der in Norwegen einen guten Namen hat, gelang es schliesslich, den alten Aktienbestitz wieder zu erwerben. Der Wiederaufbau der beiden Firmen in Deutschland nach den Zerstörungen des zweiten Weltkrieges gelang dem Verstorbenen unter tatkräftig Hilfe zahlreicher erfahrener Mitarbeiter, denen er Vorbild und Ansporn gewesen war.

Die Welt, 20. Dezember 1952


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